Gordon W. Gilkey (Portland Art Museum) über Arthur Fauser
23. Juli 2010, 10:20 Uhr von Fauser
“Arthur Fauser (der Vater von Jörg, Anm. von Thomas) war unter den ersten deutschen Künstlern, die ich am Ende des zweiten Weltkrieges in Frankfurt a. M. traf. Er beeindruckte mich durch die Entschlossenheit, mit der er aus den spärlichen damals verfügbaren Materialien lineare figürliche Holzschnitte fertigte - große, sehr bewegende Darstellungen, die er von Hand in schwarz-weiß druckte.
Als sich ihm bald darauf die Möglichkeit bot, auch zu lithographieren, entstanden farbige, oft abstrakte Lithographien. Er begann in Öl zu malen und seine Werke auszustellen, zunächst in Frankfurt, später in ganz Deutschland und über die Landesgrenzen hinaus.
Er schaffte sich eine Radierpresse an und stellte erste Kaltnadelradierungen her. In Radierung sowie Öl- und Aquarellmalerei fand er schließlich seine Hauptausdrucksformen.. Er malt im Atelier und druckt zuhause.
Fausers Leben ist und war stets ganz seiner Kunst gewidmet. Er hat ein ausgesprochen umfangreiches und thematisch umfassendes Werk geschaffen, wobei er die volle Unterstützung seiner Frau Maria und seiner Familie fand. Er lebt für seine Kunst, und er wird in ihr und durch sie immer leben.
Fausers Arbeiten sind sorgfältig durchkomponiert. In vorbereitenden Zeichnungen löst er kompositorische Probleme, um den Entwurf dann auf Leinwand oder Radierplatte in seiner endgültigen Form zu verwirklichen ehrlich, direkt und voll freudiger, manchmal auch schmerzvoller Intensität. In den Gestalten, die seine Bilder bevölkern - mögen sie der Mythologie oder der Wirklichkeit entnommen sein findet sich immer wieder der Künstler selbst. Er gibt ihnen Leben, den realen wie den irrealen . . . jedes seiner Bilder ist unverwechselbar, jeder Fauser IST FAUSER!
Seine Landschaften tragen die Last der Zeit . . . das Jetzt und die Ewigkeit. Sie sind nicht detaillierte Wiedergaben bestimmter Orte, sondern vielmehr kühne Aussagen über den Künstler als Schöpfer, der aus den Elementen des Himmels und der Erde einzigartige Visionen neuer und wundersamer Orte entwirft.
Durch Fausers gesamtes Werk zieht sich seine Betroffenheit, sein Interesse für den Menschen und seine Welt. Er ist ein Mann, dessen Überzeugungen seine Arbeit und sein Leben geprägt haben - in seiner Kunst zeigt er uns, was ist und was sein könnte.”
(Gordon W. Gilkey, Kurator für Druckgraphik und Handzeichnungen, Portland Art Museum; Übersetzung ins Deutsche von Kathrin Razum)
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